Alte Lehrer & dumme Kinder

Wir leben in einer Zeit, in der ich niemandem wünschen würde in die Schule zu müssen. Nicht wegen Leistungsdruck, Überforderung und den anderen mütterlichen Wahnvorstellungen. Viel mehr weil die alten Lehrer noch nicht tot sind und in der Schule noch mit uns verkehren. Genau die sind nämlich dafür verantwortlich, dass wir nicht vor hochmodernen MacBook’s oder zumindest vor einfachsten Netbook’s sitzen, unsere Mitschriften digital führen können und jede Frage, an der auch ein Lehrer scheitert innerhalb von 7 Sekunden klären können.

Was hindert uns an der kompletten Umstellung auf digitale Medien für den Schulalltag?

- Ganz einfach. Besagte Lehrer, die sich auf Grund ihres Alters und damit zusammenhängend ihrer Unwissenheit gegen alles sträuben, was irgendwie mit moderner Technik zu tun hat. Eine Umstellung auf  “modern” erfordert, dass alle, die an der Bedienung beteiligt sind, mitziehen und mit den Geräten umgehen wollen und vor allem auch können. Leider sind die, die es einfach nicht hinbekommen einen PC zu starten oder den roten Knopf der Beamerfernbedienung zu drücken, genauso schlimm wie die, die es gar nicht erst versuchen. Letztendlich kommt nämlich das gleiche bei raus. Wir schreiben auf Blätter und töten damit Baum über Baum. Und das darf man nicht. :'(

Neben den Lehrern gibt es auch noch andere Faktoren, die den Prozess stören. Dumme Kinder. Nicht die dummen Kinder, die nichts dafür können oder es auch gar nicht sein wollen bzw. sich Mühe geben es nicht zu sein. Sondern die, die sich grundsätzlich falsch verhalten und jedem das Leben schwer machen. Aus reinem Eigeninteresse. Bekanntlich haben wir davon zu viele. Und zwar überall in allen denkbaren Formen und Versionen. Lehrer wehren sich nicht nur die Medien zu verwenden, weil sie zu blöd sind oder keine Vorteile darin sehen, sondern auch weil es überall diese Idioten gibt, die die Medien nicht so verwenden, wie es vorgesehen ist. Meistens sind das die Kinder, die zu Hause kein Internet haben und dann kichernd nach “Titten” & “Penis” googeln oder schnell die Hühner bei Farmville füttern. Aber auch dieses Problem ließe sich beheben. – Wenn ich Schuldirektor wäre, würde ich das ganz einfach regeln. Bei Missachten der Regeln gibt’s einen Tadel. Bei 3 Tadeln fliegt der Schüler von der Schule. Somit beseitigt man die Idioten und in der Schule sitzen nur Schüler, die die bereitgestellte Technik zu schätzen wissen. – Im Prinzip auch die einzig coolen Leute.
Außerdem war das früher als es das 1. Mal Papier gab bestimmt ganz genauso. Da haben die Schüler das Papier halt zu Papierfliegern geformt und in der Klasse rumgeworfen. Machen heut auch nur noch Kevin, Enrico & Mary-Jane.

Stellt euch doch einfach mal vor, jede Lehrperson könnte mit den Geräten umgehen. Alle Arbeitsblätter, jedes Übungsblatt und jedes Tafelbild wären ab der 5. Klasse digital gesammelt und geordnet als Datei auf der eigenen Festplatte. Nie wieder müssten Lehrer Dinge kopieren, die 2 Stunden später so oder so im Hausmüll landen. Nie wieder müsste man bei Dorothea, Lisbeth & Co. komplette Hefte innerhalb einer Nacht abschreiben, die nach der Heftnote sowieso in die Papiertonne gekloppt werden.

Letztendlich hätte man in Klasse 11 & 12 – die einzig wichtigen Jahre übrigens –  alle Unterlagen perfekt geordnet und sortiert. Das würde den kompletten Schulalltag um einiges leichter machen, da man zum Wiederholen lediglich die digitale Suche bemühen müsste, um die passenden Informationen zu finden. Es wäre eine Dokumentation der kompletten Schulzeit. Eine Dokumentation von Allem, das je irgendwie, irgendwo gefordert war. Zusammengefasst und das ganze Leben über verfügbar. Ein gekürztes, auf das wichtigste beschränkte & gleichzeitig editierbares Lexikon, das kein Buchverlag besser an den Nutzer anpassen könnte, als man selbst.

Nicht jeder würde die Gelegenheit nutzen das ganze ordentlich zu führen, aber das ist nunmal so & ich hoffe, dass auch diese Gruppe von Menschen von Zeit zu Zeit und am Besten schnell weniger werden. Ich jedenfalls hätte rückblickend gerne eine digitale Version der letzten 5 Schuljahre. Nicht, um ständig alles zu Wiederholen. Nein, aber um die Möglichkeit zu haben, wenn es nötig ist.

Wir könnten außerdem riesige, nackte Facetime-Orgien mit dem kompletten Lehr- & Putzpersonal veranstalten, um uns näher kennen zu lernen. Oder so ähnlich. (Gute Freundschaften sind wichtiger als gute Schulnoten. Übrigens.)