Bin bald weg, bitches!

Diesen Artikel schiebe ich schon bestimmt 6 Wochen vor mir her. Vielleicht aus Angst oder weil ich bislang der Meinung war, dass noch genügend Zeit bleibt. Fakt ist aber, dass es nicht mehr sehr lange dauert, bis ich weg bin. Man könnte auch sagen kurz. Im Januar geht es ins schöne Amerikaland. Wohin & wann genau erfuhr ich bislang leider noch nicht. Aber langsam:

Schon oft hab ich in den vergangenen Jahren mit dem Gedanken gespielt, für eine bestimmte Zeit ins Ausland zu gehen und dort in einer fremden Familie, mit einer fremden Kultur und einer anderen Sprache zu leben. Mal fand ich die Idee gut, und mal überwogen Zweifel & Ängste. Es sprachen einige Dinge dagegen, die mir etwas Sorge machten, aber es gab auch viele Dinge, die mir sagten, dass diese Zeit eine sehr geile Zeit werden wird und ich sie nicht versäumen sollte.
Durch Freunde, die ebenfalls die Gelegenheit hatten ein halbes Jahr oder auch 9 Monate in einem anderen Land zu verbringen, erfuhr ich viel über dieses Thema. Hängen geblieben sind nur positive Dinge. Ich erinnere mich an kein Gespräch, indem es um Dinge ging, die sich als total schwierig herausstellten oder bedeutend zur Last fielen, obwohl man mir sicherlich ab und an auch davon erzählte. Alles in allem führten diese Erfahrungsberichte aber dazu, dass ich nichts lieber wollte, als die Sache anzugehen und weg zu sein. Für ein halbes Jahr ein neues, komplett anderes & spannendes Leben mit neuen, fremden & anderen Menschen zu führen.
Alles nahm seinen Lauf; ich sprach mit meinen Eltern, erkundigte mich bei Freunden und im Internet und landete letztendlich bei der Organisation ‘Open Door International’, mit der ich in den nächsten Monaten viel zu tun haben sollte. Ehrlich gesagt fast schon zu viel. Aber ich bin mir sicher, dass es sich bald bezahlt machen wird.

Nach vielen auszufüllenden Unterlagen, nach einem persönlichen Interview und nach vielem Hin & Her wurde ich bei der Organisation angenommen und erhielt einen Platz. Beworben hatte ich mich für 5 Monate in den USA. Nach weiteren endlosen Mappen an Unterlagen näherte ich mich der Zielgeraden. Ich musste mich morgens um 7 nach Frankfurt begeben, um mir ein Visum erteilen zu lassen und am darauffolgenden Wochenende nach Köln zum abschließenden Vorberietungswochenende, wo alle wichtigen Dinge für den Austausch und für das neue Leben in einer ungewöhnlich guten Jugendherberge zusammen mit der Organisationen und allen Teilnehmern geklärt wurden. – Das als kleine Zusammenfassung der letzten Monate im Bezug auf das Projekt Amerikaland. (Da ich es leider versäumt habe einzeln über geschehene Dinge zu berichten. Leider.)

Nicht nur die verbleibende Zeit wird immer kürzer, sondern auch die Gefühle und Gedanken in mir wechselten und veränderten sich im Laufe der Monate. Es gab seit dem persönlichen Interview, das sehr gut verlief und mir viel über das Bevorstehende näher brachte, keinen Tag, an dem ich Zweifel an meiner Entscheidung feststellen musste, geschweige denn äußerte. Bis heute.
Dennoch dachte ich verständlicherweise in den vergangenen Monaten viel über die mir bevorstehende Zeit nach und hatte dabei auch durchaus ab und zu unschöne Visionen oder auch etwas Angst. 5 Monate können lang und kurz sein. Je nachdem wie man sie verbringt und in welchen Bezug man das alles stellt. Ich habe Phasen, in denen ich 5 Monate für zu kurz sehe und ich mir gerne 9 Monate Aufenthalt wünschte. Aber es gibt auch Phasen in denen mir 5 Monate ewig vorkommen und ich etwas Angst davor habe, dass nichts mehr so ist wie vor diesem halben Jahr, wenn ich wieder komme. (Auch wenn das nicht immer Schlechtes heißen muss.)

Um auf den Punkt zu kommen, bestehen diese – oft sehr langen – Monate vor der Abreise aus viel Ungeduld & Vorfreude, aber gleichzeitig auch ab und an aus Sorgen & Zweifeln. Denn 5 Monate könne wie gesagt sowohl kurz als auch lang sein.
Ich werde vermutlich sogar Leute vermissen. Nicht sehr viele, aber die dafür umso mehr. Klar gibt es Skype, Facetime und Telefonsex, aber das ist trotzdem nicht das gleiche. Man lässt Leute zurück, die für ein halbes Jahr durch Zeitverschiebung, anderen Gegebenheiten und allgemein durch die Situation nur per Internet mit einem verbunden sind.

Erstaunlich, dass ich erst jetzt so richtig realisiere, dass es nur noch 2-4 Wochen sind, die ich hier sein werde. Verdammt kurz und wenig Zeit Freunde & Familie nochmal zu genießen.
Jetzt bin ich hier. So wie vorher auch. Wartend auf den Januar, indem es für 5 Monate irgendwo in die USA gehen soll. Wohin genau sollte ich dann doch bald mal hoffentlich erfahren. Davon abhängig ist nämlich auch das genaue Flugdatum.
Ich freue mich riesig auf diese Monate und ich befürchte, dass sie sogar zu den besten Monaten meines ganzen bisherigen & zukünftigen Lebens dazu gehören werden, was mir irgendwie Angst macht, weil ich eigentlich noch nicht alt genug bin das beurteilen zu können. Aber ich bin da fast sicher. Es bleibt noch Weihnachten, die Ferien & Silvester. Eine Zeit, die sowieso schneller als alles andere vorbei geht, was für mich bedeutet: Koffer (oder besser “Zimmer”) packen.

Der Aufenthalt wird zumindest für mich eine sehr aufregende Zeit und ich möchte es nicht versäumen neben den fetten Kindern, Mainstreamspasten & den vielen coolen Musikern auch über das Thema auf diesem Blog zu berichten. Daher werdet ihr hier in den nächsten Monaten viel über meine Zeit dort erfahren. Denen, die daran nicht interessiert sind, rate ich den entsprechenden x-Button zu klicken. Danke.

(Über dicke Menschen und FastFood wird es demnächst wahrscheinlich öfter was geben. Denn ich bin in Amerika und ihr wisst ja, was das bedeutet.)