High School Feb05

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High School

Nun bin ich knapp 3 Wochen in den Staaten. Nachdem ich meine ersten Tage noch frei hatte und nicht zur Schule musste, ging es am vorletzten Montag das erste Mal in die Schule. Die 1. Stunde beginnt hier um 7:30Uhr. Das bedeutet ich muss um 5:40Uhr aufstehen. Zu früh, aber was will man machen. Dann geht es zur nahe liegenden Bushaltestelle, wo ich von einem typischen, gelben Schulbus abgeholt werde.

Morgens darf nur die Musik laut sein und ich muss mich bequem hinsetzen können oder meine Mitmenschen müssen mich den Rest des Tages schlecht-gelaunt ertragen. Das ist unschön. Leider sind die gelben Karren dazu nicht besonders gut geeignet und eigentlich passt mir das gar nicht.

Die Schule hat ein “Odd/Even-Day” System, was nichts anderes bedeutet, als dass man 2 verschiedene Stundenpläne hat, die ungeraden (odd) bzw. geraden (even) Tagen zugeteilt sind. Die Schule endet um 14:35Uhr und die “Wechselfächer” dauern 80 Minuten. Man hat am Tag 6 Stunden, wovon eine Lunch ist und eine nur 40 minütig. Die Stundenpläne bzw. die Fächer konnte ich mir selbst aussuchen. Zur Zeit habe ich daher folgende Fächer verteilt auf 2 Tage:

• PreCalculus
• English
• Anatomy
• Globalization
• European History
• Photography
• Computer Graphs

Außerdem werden 2 meiner Stunde durch Study Hall belegt, was nichts anderes ist als eine betreute Freistunde, in der man Hausaufgaben machen oder auch einfach Musik hören kann. Das einzige ätzende Fach ist eigentlich Anatomy. Ein auf den Körper spezialisierter Biologieunterricht. Ansonsten ist die Schule im Allgemeinen sehr sehr sehr leicht im Vergleich zu meiner Schule in Deutschland. In Mathe nehmen wir gerade Stoff durch, den wir in Deutschland vor 2 Jahren behandelt haben & selbst in Englisch habe ich weniger Probleme als manch anderer. Auch sonst läuft das hier alles etwas anders ab. Die meisten Lehrer stehen mit den Schülern mehr auf einer Stufe. Das kennzeichnet sich allein schon darin, dass manche Schüler ohne Hemmungen zu den Lehrern Dinge wie “What’s up, man?” oder “Shut up!” sagen und die Lehrer damit auch meistens kein Problem haben. Der Unterricht an sich ist deutlich undisziplinierter als auf meiner Schule. Manchen Lehrer ist es egal, ob man im Unterricht Kopfhörer im Ohr hat oder die Schuhe auszieht. Andere ziehen sich erst gar nicht richtig an und kommen in Pyjama-Hose zur Schule. Am Anfang ist das alles sehr ungewohnt und neu, aber daran gewöhnt man sich schnell, auch wenn ich (bislang) noch angezogen zur Schule gehe. Zwischendurch gibt es dann auch wieder gewohnt strengere Lehrer, bei denen Kopfhörer tabu sind.

Arbeit hab ich hier was die Schule anbelangt also so gut wie keine, was mir sehr gut in den Kram passt, da dann mehr Zeit für anderes bleibt. Das einzige, was mich wirklich massiv an meiner aktuellen Schule stört, ist, dass sie keinen Sport anbietet, da es sich um eine Art High School handelt, an der Menschen mit musikalischen, schauspielerischen oder im allgemeinen künstlerischen Genen gefördert werden, wenn sie das wollen.

Sehr gut gefällt mir der Unterricht bezüglich dem Anwenden von Medien. Es gibt kaum einen Lehrer, der hier selbst was an die Tafel oder in meinem Fall an weiße Bords kritzelt. Jeder Raum ist mit Beamer und PC ausgerüstet und die Lehrer haben Powerpoint Folien, die sie an die Wand werfen und dann mit tollen, bunten Stiften dank der Bord Oberfläche übermalen und verkritzeln können. Das erspart eine Menge Zeit im Abschreiben und ist zudem viel angenehmer zu lesen und abzuschreiben. Außerdem hat das “Ihr könnt ruhig während dem Unterricht mit eurem Handy spielen” noch andere Vorteile. Viele Lehrer erkennen, dass sich die tollen Dinger heutzutage zu mehr nutzen lassen als zum Simsen und somit kommt es nicht selten vor, dass die Smartphones als Ersatz zum Wörterbuch genutzt werden.