Verliebt in die jungen Jahre.

Was war das Leben mit 8 ohne Stronghold Crusader, Need for Speed & Herr der Ringe? Bei mir jedenfalls neben Fußball nicht viel. Diese 3 Spiele (und wenige andere) nahmen damals einen großen Teil meiner so wundervollen Freizeit ein, und wenn ich so drüber nachdenken, hätte ich mir für diese Zeit nichts Besseres vorstellen können. Damals noch unter Windows XP, mit einer schäbigen Maus, oller Tastatur & einem alten Röhrenmonitor und dennoch voll und ganz zufrieden.

Am vergangenen Freitag kamen – nur Gott weiß wie – ein paar Stronghold-Erinnerungen in meinen Kopf geschossen. Dies veranlasste mich dazu, mir direkt nach der Schule eine Windows Version zu besorgen, um diese über Parallels auf dem Mac laufen zu lassen. (Unglaublich, aber wahr.) Nach 2 Stunden war es dann soweit und ich konnte Stronghold Crusader starten. Das tolle Strategiespiel aus dem Jahre 2002, indem man in das schöne Mittelalter versetzt wird, Burgen baut, seine Wirtschaft am Leben hält & schlussendlich seine Gegner und dessen Burgern vernichtet. Alles gar nicht so einfach, ehrlich gesagt. Ich habe dieses Spiel wirklich geliebt. (Und mit geliebt meine ich geliebt und wirklich drückt das Ganze nicht mal ansatzweise aus, aber gut.) Ich spielte dieses Spiel mit meinem damals besten Freund viele Nächte, mit- & gegeneinander und es hat nie aufgehört Spaß zu machen. Hatte wohl seine Gründe.

Als das Spiel dann endlich gestartet wurde und ich die Titelmusik in den Ohren hatte, war das ein sehr geiles Gefühl. Es errinerte mich alles an diese tollen, unbeschwerten Jahre, in denen Schule noch eine ertragbare Pflicht war und man für so ziemlich alles im Leben Zeit hatte.

Als ich dann anfing zu spielen und mich nach und nach an einzelne Dinge des Spiels errinerte, bereitete mir die Sache direkt wieder einen riesen Spaß – Auch wenn ich verglichen mit damals eine totale Niete in dem Spiel war. Von außen betrachtet, freute ich mich bestimmt wie ein kleines Kind, aber ich glaube genau das hat mir diese Lust auf das Spiel bereitet. Ich war für ein paar Stunden wieder 8, baute Burgen & kämpfte mit Rittern.

Ich bin eigentlich nicht so der aller größte “Zocker” in meiner Freizeit (abgesehen von Fifa) und erst recht nicht am Computer, aber das war mit 8 eben anders und ich glaube, es war einfach nochmal schön sich 8 zu fühlen und dabei alten Leidenschaften nachzugehen.

Stronghold bekam ich damals zum Nikolaustag. Das Spiel kostete damals ganze 10€ und kein Nikolaustag war so gut wie dieser. Ich brauchte keine megakrassen Specialeffects oder blutspritzende Zombies, die in den realistischsten Winkeln durch die Gegend fliegen, um dann an der Wand zerfetzt zu werden. Auch wenn ich diese Spiele ab und zu ganz fantastisch finde, reicht mir auch ein Spiel mit mittelmäßiger Grafik, einem gutem Spielkonzept & einem unglaublich großen, nie endendem Spaßfaktor mehr als aus. Ich glaube was mir so gut an diesen alten Spielen gefällt, ist, dass sie nicht überladen sind. Man hat das, was man braucht. Nicht mehr und nicht weniger. Man findet sich schneller zurecht und kann sich auf den Spaß konzentrieren ohne, dass ich mir ein Lösungsbuch kaufen muss, um zu gewinnen. Vielleicht gab es damals auch einfach nichts anderes oder ich wusste zumindest von nichts anderem als ich 8 war, aber Fakt ist doch, dass es mir damals wie heute riesen Spaß bereitet.

Da ich an diesem Freitag nichts zu tun hatte und mir sowieso langweilig war, hörte ich auch gar nicht mehr auf zu spielen, bis ich um 4 Uhr nachts mal wieder auf die Uhr schaute. Ich vergaß in diesen 10 Stunden, in denen ich wie der größte Nerd vor dem Computer saß und Strategiespiele spielte, nicht nur mein Alter, sondern auch die Zeit. Zurückblickend frage ich mich, wie ich 4 Jahre nicht an diese Zeit denken konnte.

Die wenigen Stunden Schlaf, die ich dann hatte, waren gefüllt mit Träumen rund um meine damaligen Lieblingsspiele zu denen neben Stronghold Crusader, Schlacht um Mittelerde und Need for Speed: Most Wanted gehörten und seit vergangenem Wochenende wieder gehören. Mit diesen Spielen füllte sich dann auch ein großer Teil des restlichen Wochenendes und immernoch sage ich: Keine Minute an Zeit verschwendet.

(Bin übrigens erst 15. Habe trotzdem eine Kindheit. Für die Schlauen unter euch.)