Amerikanischer Grössenwahn

Während meiner Zeit hier in Amerika sehe ich ständig Dinge, die ich so noch nicht zu Augen bekommen habe. Dazu gehören auch so ziemlich alle Dinge aus dem Supermarkt. Klar kenne ich Shampoo, Mayonnaise, Orangensaft & Co., aber eben ein kleines bisschen anders. Kleiner.

Anfangen tut es mit dem Kühlschrank. Selbiger ist hier nämlich größer als Dirk Nowiztki & breiter als Reiner Kallmund. Klar sind diese Größen auch in Deutschland zu kaufen & für Familien mit mehr als 6 Personen wahrscheinlich auch sehr praktisch, aber hier ist diese Größe, unhabhängig von der Personenanzahl im Haus, halt irgendwie Standard. Ich glaube aber mittlerweise zu wissen, womit das zu tun haben könnte.

Ein Rundgang durch’s Haus oder ein Blick in den Kühlschrank und man meint, es wird sich hier gerade auf eine Zombie-Apocalypse oder die nächste Eiszeit vorbereitet. Man findet Shampoo- & Orangensaftkanister, Nusscontainer, Croutonsäcke, Mayonnaiseeimer & vieles mehr. Alles ist bis zu 4 Mal größer als wir es in Deutschland als Normalverbraucher gewohnt sind. Nicht, dass mich das in irgendeiner Weise stören würde – geht ja letztendlich sowieso nur um den Inhalt – aber ich sehe den Sinn dahinter irgendwie noch nicht so richtig.

Wieso verkauft man Orangensaft in 4 Literbehältern? – Um das Sparen von Verpackungsmaterial kann es hier schonmal nicht gehen. Dann verwende ich nämlich recylebares Tetrapack und nicht Kunststoff. Der Komfort beim Essen & Trinken wird durch die XXL-Größen auch nicht gerade gefördert, da alles schwerer und unhandlicher ist. (Ich frage mich wie alte, geschwächte Menschen, Orangensaft trinken wollen, wenn die Kanister so schwer sind, dass man sie schon fast als Gewichte zum Trainieren verwenden könnte.) Außerdem nehmen diese Kanister etlich viel Platz weg. Ah, jetzt wissen wir auch, wieso der Kühlschrank so groß ist. Wenn die Lebensmittel in doppelt so großen Behältern verkauft werden, muss der Kühlschrank auch dementsprechend größer sein. Diese sind weder schön noch praktisch & noch dazu schweineteuer. Womit wir wieder bei dem Sinn der Übergrößen wären.

Damit ihr mal einen kleinen Welt in die XXL-Lebensmittelabteilung bekommt, hab ich mal einige Dinge aus dem Haushalt fotografiert und jeweils das iPhone 4 als Vergleichsgröße verwendet.

          

          

Wenn man etwas sieht, was man so nicht gewohnt ist, fragt man sich, wieso die das anders machen. Genau das tat ich und brachte mich zu der Erkenntnis: Übergroße Lebensmittel sind Schwachsinn & haben keinen erkennbaren Vorteil gegenüber normalen Größen.

(Lässt sich übrigens auch mehr oder weniger auf übergroße Menschen oder Menschen mit Übergrößen übertragen. Zumindest der 2. Punkt.)